Hexenberg

Die Kurische Nehrung ist eine der schönsten Urlaubsregionen in Litauen. Wir waren dort und haben Nida, Juodkrantė und die riesigen Dünen besucht. Gleichzeitig haben wir nach echten Geheimtipps abseits der Touristenströme gesucht. Einer dieser Geheimtipps ist Kretinga.

➔ Willst du mehr darüber wissen? Hier die offizielle Kretinga Webseite.

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Der Hexenberg in Juodkrantė

Der Hexenberg (litauisch: Raganų kalnas) ist eine Sehenwürdigkeit in Juodkrantė (Schwarzort) auf der Kurischen Nehrung. Er ist einer der ganz besonderen Orte in ganz Litauen und sehr beliebt. Es handelt sich um eine bewaldete Düne, die Heimat für einen Märchenwald ist. Hier findest du mitten im Wald der Ostseeküste riesige geschnitzte Kunstwerke aus Holz.

Die Neringa-Saga wird anhand der Skulpturen von der Geburt bis hin zur Tragödie der Riesin erzählt, was sich in Werken wie „Neringos gimimas“ (Neringas Geburt), „Legenda apie Neringą“ und „Neringos žuvimas“ (Neringas Tod) widerspiegelt. Gleich daneben greift die Skulptur „Eglė žalčių karalienė“ eines der bekanntesten und traurigsten litauischen Volksmärchen überhaupt auf: Die dramatische Liebe zwischen einer sterblichen Frau und dem geheimnisvollen Natternkönig. Auch Märchenklassiker wie „Dvylika brolių juodvarniais lakstančių“ (Die zwölf Brüder als Raben) sowie die Erzählung über „Sigutė“ zeigen die klassischen litauischen Motive.

Der Hügel hat eine lange Tradition als spiritueller Ort. Schon vor Jahrhunderten nutzten die Kuren diesen Platz für ihre Rituale und Feste zur Sommersonnenwende. Auch nachdem das Christentum einzog, blieb der Hügel im Volksglauben ein Treffpunkt für Hexen, Teufel und Geister, die hier in den nebligen Nächten ihre Feste feierten – was dem Ort letztlich seinen Namen einbrachte.

71 besondere Holzskulpturen schmücken den Hexenberg
71 besondere Holzskulpturen schmücken den Hexenberg

71 Holzskulpturen für Jung und Alt

Vertreter der Gemeinde Neringa organisierten im Jahr 1979 ein Kreativcamp in Juodkrantė. Die dort entstehenden Werke sollten im Zeichen der Jugend stehen und wurden dem Internationalen Jahr des Kindes gewidmet. Geleitet wurde dieses Camp von dem Bildhauer Steponas Šarapovas und dem Architekten Algimantas Nasvytis. Die organisatorische und künstlerische Leitung lag in den Händen von Aldona Ulevičienė, einer Kunstkritikerin des Litauischen Volkskunstpalastes und Romualdas Navickas, einem renommierten Künstler der Volkskunstgesellschaft.

Die teilnehmenden Holzschnitzer und Schmiede durften die Themen ihrer Werke im Voraus wählen, mussten vorab jedoch detaillierte Modelle anfertigen. Erst nachdem eine Expertenkommission diese Entwürfe bewertet und freigegeben hatte, ging es an die Umsetzung. In insgesamt drei Lagern in den Jahren 1979 bis 1981 schufen fünfzig Holzschnitzer und Schmiede 71 Skulpturen. Im Jahr 1988 kamen zwölf neue, besonders verspielte Skulpturen hinzu. Um den Park für nachfolgende Generationen zu erhalten, wurden im Jahr 1999 zahlreiche Skulpturen restauriert. Da das feuchte und salzige Küstenklima dem Holz extrem zusetzt, mussten schließlich im Jahr 2002 einige der am stärksten beschädigten Skulpturen durch komplett neue Kunstwerke ersetzt werden.

Insider-Tipps für deinen Besuch auf dem Hexenberg

Der ca. 1,5 Kilometer lange Rundweg führt dich in die litauische Märchenwelt ein. Hier findest du den Startpunkt auf der Google Karte. Die Anordnung der Figuren folgt dabei einer ganz bewussten Dramaturgie und teilt den Weg in zwei Bereiche:

  • Die helle Welt (Der Aufstieg): Auf der ersten Hälfte des Weges triffst du vor allem auf positive, epische und märchenhafte Gestalten. Hier begegnest du der riesigen, gutmütigen Riesin Neringa, die laut der Legende die Kurische Nehrung in ihrer Schürze aufschüttete, um die Fischer vor den Stürmen der Ostsee zu schützen. Auch der fleißige Fischer Kastytis und seine tragische Liebe zur Meeresgöttin Jūratė werden hier kunstvoll dargestellt.
  • Die dunkle Welt (Der Abstieg): Sobald der Pfad den Kamm der Düne überquert, betrittst du das Reich der Hexen, Kobolde und Teufel. Hier triffst du auf den listigen Teufel Lucifer, der aus einem Baumstamm grinst, auf tanzende Hexen, die das Tor zur Unterwelt bewachen, und auf den gruseligen Drachen, der eine Prinzessin gefangen hält. Viele dieser Skulpturen sind nicht nur zum Anschauen: Kinder (und Erwachsene) können auf ihnen reiten, durch sie hindurchkriechen, auf hölzernen Thronen Platz nehmen, schaukeln oder sogar rutschen.

Wichtige Tipps für deine Reiseplanung

Der Hexenberg befindet sich direkt am Ortsrand von Juodkrantė, dem zweitgrößten Ort auf der Kurischen Nehrung (etwa auf halber Strecke zwischen der Fähre in Klaipėda und dem Hauptort Nida). Der Eingang zum Pfad ist unübersehbar direkt an der Hauptstraße gelegen und durch ein großes, geschnitztes Holztor markiert.

  • Eintritt und Öffnungszeiten: Der Hexenberg ist das ganze Jahr über rund um die Uhr frei zugänglich. Der Eintritt ist komplett kostenlos.
  • Zeitaufwand: Für den gemütlichen Spaziergang über den Hügel, das Fotografieren der Figuren und einer Pause auf den großen Bänken am Hexenberg solltest du 1 bis 1,5 Stunden einplanen.
  • Wegebeschaffenheit: Der Weg führt über Waldboden. Es gibt leichte Steigungen, weshalb der Pfad für Rollstühle oder Kinderwagen nicht geeignet ist. Wanderschuhe sind empfehlenswert.

Ein Besuch des Hexenbergs lässt sich perfekt mit einem Tagesausflug über die Nehrung verbinden. Nach dem Waldspaziergang kannst du im Hafen von Juodkrantė frischen Räucherfisch essen, die historischen Häuser von Juodkrantė anschauen oder die nahegelegene Kormoran-Kolonie besuchen, bevor es weiter zu den großen Dünen (Tote Düne) oder direkt nach Nida geht.

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