Kurische Nehrung mit dem Auto

Die Kurische Nehrung ist eine der schönsten Urlaubsregionen in Litauen. Wir waren dort und haben Nida, Juodkrantė und die riesigen Dünen besucht. Gleichzeitig haben wir nach echten Geheimtipps abseits der Touristenströme gesucht. Einer dieser Geheimtipps ist Kretinga.

➔ Willst du mehr darüber wissen? Hier die offizielle Kretinga Webseite.

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Kurische Nehrung mit dem Auto

Ja, du kannst die Kurische Nehrung mit dem Auto. Du kannst die rund 50 Kilometer des litauischen Teils der Halbinsel auf der N167 befahren – das ist die einzige Straße, die einmal quer über die Nehrung führt. Um die Dünenlandschaft vor Abgasen und Überlastung zu schützen, wird der Autoverkehr durch Fährgebühren und Umweltgebühren reguliert. Die Preise sind besonders in der Hauptsaison hoch – eine Regulierung ähnlich wie am Pragser Wildsee, wo man mit hohen Preisen Besucher reduzieren möchte.

Die Anreise: Dein Weg über die „Neue Fähre“ in Klaipėda

Da es von der litauischen Festlandseite keine Brücke auf die Nehrung gibt, musst du dein Auto auf eine Fähre verladen. In Klaipėda gibt es zwei verschiedene Terminals. Für Autofahrer ist es entscheidend, ausschließlich das Neue Fährterminal (Naujoji perkėla) anzusteuern. Nur dieses Terminal befördert Autos, Wohnmobile und Motorräder. Die Alte Fähre in der Altstadt transportiert ausschließlich Fußgänger und Radfahrer.

Die Fähren verkehren in der Hauptsaison rund um die Uhr und tagsüber meist alle 20 Minuten. Dein Ticket kaufst du direkt an den Kassenhäuschen vor den Schranken. Das Ticket gilt automatisch für den Hin- und Rückweg, sodass auf der Nehrung selbst bei der Rückfahrt nach Klaipėda keine Kontrolle mehr stattfindet.

Die Nationalpark-Maut: Der Kontrollpunkt Alksnynė

Sobald du in Smiltynė von der Fähre rollst, befindest du dich auf der Nehrung. Nach wenigen Kilometern auf der Hauptstraße erreichst du die offizielle Kontroll- und Mautstation des Nationalparks bei Alksnynė. Jedes Kraftfahrzeug muss hier eine Umweltschutzgebühr entrichten, die du bar, mit Karte oder vorab online bezahlen kannst. Die Preise für die Ökotaxe schwanken saisonal extrem stark. Um den Autoverkehr in den sensiblen Sommermonaten zu regulieren, kostet die Passage für einen normalen Pkw in der absoluten Hochsaison von Juni bis August eine erhebliche Gebühr, während die Passage in den Frühlings-, Herbst- und Wintermonaten drastisch günstiger ist.

In der Nebensaison kostet das Ticket für einen normalen Pkw 10,00 €. In den Sommermonaten (Juni bis August) steigt die Gebühr drastisch auf 50,00 € pro Einfahrt. Wenn du mit einem Wohnmobil anreist, liegen die Tarife je nach Gewichtsklasse meist zwischen 15,00 € im Winter und 30,00 € bis 45,00 € im Hochsommer.

FahrzeugtypNebensaison (21. August – 19. Juni)Hauptsaison (20. Juni – 20. August)
Moped, Motorrad, Roller (auch mit Beiwagen)10 €10 €
Pkw / Auto10 €50 €
Wohnmobil / Campervan / Auto mit Wohnwagen20 €50 €
Reisebus (bis 30 Plätze) / Lkw (bis 5,5 t)30 €50 €
Reisebus (über 30 Plätze)70 €100 €
Lkw (über 5,5 t) / Traktor50 €100 €
100 % ElektroautoKostenlos25 €
ATV / Quad (auf vier Rädern)500 €500 €

Fahrregeln auf der Nehrung: Wildwechsel und Parkverbote

Das Fahren auf der Halbinsel ist ein Genuss, verlangt aber auch deine volle Aufmerksamkeit. Die Hauptstraße KK167 zieht sich wie eine Lebensader von Norden nach Süden durch dichte, urige Kiefernwälder, und von ihr gehen die jeweiligen Stichstraßen in die einzelnen Dörfer ab.

Auf der gesamten Strecke gilt ein strenges Halte- und Parkverbot abseits der offiziellen Flächen. Du darfst dein Auto niemals am Straßenrand, in Haltebuchten oder auf Waldwegen abstellen. Ranger kontrollieren dies konsequent, und die Strafen für Wildparken sind empfindlich. Nutze stattdessen immer die ausgewiesenen, in den Ortschaften oft kostenpflichtigen Parkplätze. Zudem solltest du die Tempolimits (meist 70 oder 90 km/h auf der Landstraße, 50 km/h in den Orten) unbedingt einhalten. Auf der Nehrung gibt es extrem viel Wildwechsel – Elche, Wildschweine und Rehe kreuzen regelmäßig die Fahrbahn, besonders in den Morgen- und Abendstunden.

Die besten Stopps entlang deiner Route

Mit dem Auto lassen sich die großen Highlights der Nehrung perfekt miteinander verbinden. Dein erster Stopp führt dich nach Juodkrantė (Schwarzort). Parke dein Auto am besten an der ruhigen Haffpromenade und mache einen Spaziergang zum berühmten Hexenberg, einem Pfad mit riesigen hölzernen Skulpturen aus der litauischen Sagenwelt.

Weiter südlich, genau zwischen Juodkrantė und Pervalka, liegt der Wanderparkplatz für die berühmte Tote Düne. Von hier aus führt ein wunderschöner Holzsteg hinein in das streng geschützte Naturreservat, wo du die gewaltigen Sandmassen besteigen und einen fantastischen Rundumblick über das Kurische Haff genießen kannst. Deine Fahrt endet schließlich im Tourismuszentrum Nida (Nidden) ganz im Süden. Stelle dein Auto hier am besten auf dem großen Zentralparkplatz ab. Von dort aus erreichst du bequem das Thomas-Mann-Haus, den Hafen und die monumentale Parnidis-Düne mit ihrer riesigen Sonnenuhr.

Praktische Tipps für deinen Roadtrip

Damit deine Fahrt absolut reibungslos verläuft, solltest du vorab an das Tanken denken. Auf dem litauischen Teil der Nehrung gibt es nur sehr begrenzte Tankmöglichkeiten (hauptsächlich direkt in Nida), und die Kraftstoffpreise sind auf der Halbinsel meist etwas höher als auf dem Festland. Es lohnt sich also, den Tank in Klaipėda noch einmal vollzumachen.

Zudem solltest du wissen, dass die Hauptstraße südlich von Nida direkt an die litauisch-russische Grenze führt. Wenn du kein gültiges Visum und alle notwendigen Dokumente für die Weiterreise in die russische Exklave Kaliningrad besitzt, ist hier Endstation und du musst umdrehen.

Der beste Insider-Tipp: Nutze ein Auto mit Fahrradträger. So kannst du die langen Distanzen zwischen den Dörfern bequem mit dem Pkw überbrücken, den Wagen auf einem Parkplatz abstellen und die komplett autofreien Zonen direkt an den Stränden und Dünen hautnah mit dem Fahrrad erkunden.

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