Klaipeda

Die Kurische Nehrung ist eine der schönsten Urlaubsregionen in Litauen. Wir waren dort und haben Nida, Juodkrantė und die riesigen Dünen besucht. Gleichzeitig haben wir nach echten Geheimtipps abseits der Touristenströme gesucht. Einer dieser Geheimtipps ist Kretinga.

➔ Willst du mehr darüber wissen? Hier die offizielle Kretinga Webseite.

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Klaipeda an der Kurischen Nehrung

Die Hafenstadt Klaipėda – früher bekannt unter ihrem deutschen Namen Memel ist heute die drittgrößte Stadt Litauens. Sie liegt genau an der Mündung des Kurischen Haffs in die offene Ostsee. Klaipėda ist das Tor zur Kurischen Nehrung. Da die weltberühmte Landzunge von Litauen keine Landverbindung zum Festland besitzt, führt von hier aus die einzige Fähre, mit der du samt Auto auf die Kurische Nehrung kommst. Klaipėda ist der einzige große Fracht- und Kreuzfahrthafen Litauens. Hier trifft der raue Charme der Hafen- und Industriestadt auf eine kleine skandinavisch anmutende Altstadt.

Als älteste Stadt des heutigen Litauens blickt Klaipėda auf eine turbulente, jahrhundertelange Geschichte zurück. Im Jahr 1252 vom Deutschen Orden als Castrum Memel gegründet, stand die Stadt über viele Jahrhunderte unter preußischer und deutscher Herrschaft und war im Jahr 1807 unter König Friedrich Wilhelm III. sogar kurzzeitig die Hauptstadt Preußens. Diese tiefen historischen Wurzeln spürst du noch heute an jeder Ecke: Das Stadtbild unterscheidet sich durch seine markante Fachwerkarchitektur fundamental von allen anderen litauischen Städten.

Die Altstadt und das architektonische Erbe des Fachwerks

Theaterplatz - Der zentrale Platz in Klaipėda
Theaterplatz – Der zentrale Platz in Klaipėda
Am Theaterplatz findest du auch Fachwerkhäuser - gute lokale Restaurants zum Essen
Am Theaterplatz findest du auch Fachwerkhäuser – gute lokale Restaurants zum Essen

Ein Spaziergang durch Klaipėda beginnt am besten in der Altstadt (Senamiestis), die sich südlich des Flusses Danė erstreckt. Im Gegensatz zum barocken Vilnius oder dem im Jugendstil erstrahlenden Kaunas wird Klaipėda von einem streng geometrischen, rechtwinkligen Straßennetz geprägt, das auf die alten Festungspläne des 17. Jahrhunderts zurückgeht.

In den kopfsteingepflasterten Gassen rund um den historischen Kunsthof (Menų kiemas) reihen sich wunderschöne, restaurierte Speicherhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert aneinander. Ihre dunklen Holzbalkenkonstruktionen verleihen der Stadt ein nordisch-hanseatisches Flair. Der zentrale Platz der Altstadt ist der Theaterplatz (Teatro aikštė). Er ist überdimensional groß. Hier steht das neoklassizistische Stadttheater. Direkt davor steht der Simon-Dach-Brunnen mit der berühmten Skulptur des „Ännchen von Tharau“ (Taravos Anikė). Die zierliche Bronzefigur erinnert an das junge Mädchen aus dem weltbekannten, ostpreußischen Volkslied des Dichters Simon Dach.
–> alles über die Altstadt Klaipėda

Das Wahrzeichen auf dem Fluss und die maritime Promenade

Die Promenade entlang des Flusses bis in den Hafen von Klaipeda
Die Promenade entlang des Flusses bis in den Hafen von Klaipeda
Klaipeda Wahrzeichen - das Schiff Meridianas
Klaipeda Wahrzeichen – das Schiff Meridianas

Nördlich der Altstadt pulsiert das maritime Leben entlang des Flusses Danė. Die Uferpromenade ist ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Hier reihen sich gemütliche Cafés, Fischrestaurants und Bars aneinander. Am Kai liegt hier ein Wahrzeichen Klaipėdas: die Meridianas. Diese wunderschöne, im Jahr 1948 in Finnland gebaute Dreimast-Bark diente über Jahrzehnte als Segelschulschiff für angehende Kapitäne und Seeleute. Heute ist die Meridianas aufwendig restauriert. Im Inneren ist ein Restaurant. Wenn das Schiff am Abend beleuchtet wird und sich seine Masten im Wasser der Danė spiegeln, versprüht die Promenade pure Seefahrer-Romantik.

Nur ein Stück weiter flussaufwärts triffst du auf die Überreste der alten Burg von Memel (Klaipėdos pilis). In den historischen, unterirdischen Wallgängen befindet sich heute das hochinteressante Burgmuseum (Pilies muziejus), das dir die dramatische Entwicklung von der hölzernen Ordensritterburg bis zur modernen Hafenstadt anschaulich näherbringt.

Das neue Memelviertel

Der neue Stadtteil von Klaipeda - das Memelviertel
Der neue Stadtteil von Klaipeda – das Memelviertel

Wo über Jahrhunderte hinweg ein streng abgeschlossenes, graues Industrieareal der Schiffbau- und Hafenindustrie den direkten Zugang zum Wasser versperrte, entstand ein hochmodernes und architektonisch spektakuläres Stadtquartier. Das ehrgeizige Großprojekt ist sehr urban gebaut, im nordischen Stil. Hier öffnet sich Klaipėda zum Kurischen Haff. Das rund fünf Hektar große Areal liegt in absoluter Top-Lage: direkt gegenüber der historischen Altstadt und mit unverbautem Blick auf das Alte Fährterminal sowie die vorbeiziehenden Schiffe Richtung Kurische Nehrung.

Das sind die Klaipėda Geheimtipps

Klaipėda besitzt eine wunderbare, fast spielerische Besonderheit, die deinen Stadtrundgang zu einer echten Entdeckungsreise macht: die Stadt ist übersät mit unzähligen, teils winzigen Bronzeskulpturen, die versteckt an Hauswänden, auf Dächern oder am Boden auf dich warten. Jede dieser Figuren erzählt eine eigene Geschichte oder Legende:

  • Die geheimnisvolle Maus (Stebuklingasis peliukas): Diese nur wenige Zentimeter kleine Maus sitzt in einer ruhigen Seitengasse der Altstadt auf dem Gehweg. Sie trägt ein Halsband mit der Inschrift: „Verwandle deine Gedanken in Worte und die Worte werden zu Wundern.“ Es heißt, wenn du der Maus eine geheime Sehnsucht ins Ohr flüsterst und ihr kleines Ohr berührst, geht der Wunsch in Erfüllung.
  • Der Schornsteinfeger und der Glücksknopf (Kaminkrėtys): Hoch oben auf dem Dach eines Fachwerkhauses am Fluss sitzt ein lebensgroßer Schornsteinfeger aus Bronze. Direkt an der Hauswand darunter befindet sich sein „Glücksknopf“. Wer diesen Knopf berührt, dem steht laut Seemannsglauben ein Tag voller Glück bevor.
  • Der Schwarze Gespenst (Juodasis vaiduoklis): Direkt an der historischen Drehbrücke am alten Hafen kriecht eine unheimliche, Bronzegestalt wie aus dem Nichts aus dem Wasser des Haffs empor. Die Skulptur erinnert an eine alte Legende aus dem Jahr 1595, als ein Burgwächter an genau dieser Stelle einer geisterhaften Gestalt begegnete, die die Stadt vor einer drohenden Hungersnot warnte.

Insider-Tipps für deinen Aufenthalt in Klaipėda

  • Insider-Tipp 1: Die historische Drehbrücke in Aktion erleben Wenn du zum alten Hafenbecken spazierst, passierst du die Kettenbrücke (Grandinių tiltas). Diese historische, eiserne Drehbrücke aus dem Jahr 1855 wird noch heute komplett von Hand betrieben! Mehrmals täglich, wenn größere Boote in den Kanal ein- oder auslaufen möchten, rücken zwei Hafenarbeiter an und drehen die Brücke mit reiner Muskelkraft zur Seite. Ein faszinierendes Schauspiel, bei dem die Passanten geduldig am Ufer warten.
  • Insider-Tipp 2: Das litauische Kult-Snack „Kepta Duona“ im alten Speicher genießen Klaipėda hat eine fantastische Gastronomieszene. Besuche eines der traditionellen Restaurants in den alten Fachwerkspeichern und bestelle dir zum lokalen Bier den litauischen Barsnack schlechthin: Kepta Duona. Es handelt sich um in Knoblauchöl kross frittierte Streifen aus dunklem Roggenbrot, die heiß mit einem cremigen Käse-Mayonnaise-Dip serviert werden – deftig, extrem lecker und typisch für die Küste.
  • Insider-Tipp 3: Ein Kurzausflug zum Strand von Smiltynė Klaipėda vereint Großstadtflair perfekt mit Strandurlaub. Vom alten Fährterminal im Stadtzentrum bringt dich eine kleine Personenfähre in nur fünf Minuten hinüber nach Smiltynė – dem nördlichsten Zipfel der Kurischen Nehrung. Schon bei der kurzen Überfahrt spürst du den Wind des Haffs. Drüben angekommen, wanderst du durch duftende Kiefernwälder direkt zum feinen, breiten Ostseestrand oder besuchst das spektakuläre Litauische Meeresmuseum (Lietuvos jūrų muziejus), das in einer alten preußischen Festungsanlage untergebracht ist.

Wichtige Tipps für deine Reiseplanung

Klaipėda ist der zentrale Verkehrsknotenpunkt der litauischen Küste. Die Stadt ist über die Autobahn A1 perfekt mit Kaunas und Vilnius verbunden. Zudem verfügt die Stadt über einen zentralen Bahnhof und ist der Hafen für die großen Autofähren nach Deutschland (Kiel) und Schweden.

  • Reisedauer: Um die Altstadt, die Museen, das Hafenflair und die Suche nach den versteckten Bronzefiguren entspannt zu erleben, solltest du einen vollen Tag einplanen. Da Klaipėda jedoch auch das perfekte Basislager ist, um Tagesausflüge auf die Kurische Nehrung (Nida, Juodkrantė) oder an die Bernsteinküste nach Palanga oder in die schöne Kleinstadt Kretinga zu unternehmen, lohnt es sich, hier drei bis vier Nächte zu bleiben.
  • Unterwegs vor Ort: Die Altstadt und die Flussufer lassen sich hervorragend und absolut barrierefrei zu Fuß erkunden. Für weitere Strecken verfügt die Stadt über ein exzellentes, günstiges Netz aus Linienbussen und modernen E-Scootern.
  • Beste Reisezeit: Die Monate Mai bis September zeigen Klaipėda von seiner schönsten Seite. Im Sommer finden zudem die großen maritimen Highlights statt – allen voran das berühmte Meerestier-Festival (Jūros šventė) Ende Juli, wenn sich die gesamte Stadt in eine riesige Open-Air-Bühne mit Konzerten, Märkten und Schiffsparaden verwandelt.
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