Die Kurische Nehrung ist eine der schönsten Urlaubsregionen in Litauen. Wir waren dort und haben Nida, Juodkrantė und die riesigen Dünen besucht. Gleichzeitig haben wir nach echten Geheimtipps abseits der Touristenströme gesucht. Einer dieser Geheimtipps ist Kretinga.
➔ Willst du mehr darüber wissen? Hier die offizielle Kretinga Webseite.
Olando Kepure – Dutchman´s Cap oder Holländerhut?
Die Steilküste Olando Kepurė – im Deutschen bekannt als Holländerhut, Holländische Mütze oder im Englischen als Dutchman’s Cap – ist ein Naturwunder an der litauischen Ostseeküste. Während die Küste zwischen Klaipėda oder Palanga sonst vor allem für ihre endlosen, flachen Sandstrände bekannt ist, findest du hier eine rund 600 Meter lange Klippe. Diese Klippe ist mit rund 400.000 Besuchern im Jahr neben der Parnidis Düne und der Toten Düne eine der meistbesuchten Natursehenswürdigkeiten in ganz Litauen. Ein Ausflug hierher gehört bei jeder Reise an die Küste einfach dazu. Dutchman´s Cup ist für Litauen das, was die Kreidefelsen Rügen in Deutschland sind.
Das Dutchman´s Cap ist eine 24 Meter hohe Steilküste, entstanden durch den Rückzug der Gletscher am Ende der letzten Eiszeit. Für das ansonsten eher flache Küstenland Litauen ist diese Klippe ein Naturschauspiel. Der ständige Wind und die rauen Wellen der Ostsee nagen unaufhörlich an der Küstenlinie, sodass die Erosion das Gesicht der Klippe permanent verändert. Oben am Olando Kepure stehst du mitten in einem alten Kiefern- und Eichenwald, dessen Bäume durch den Westwind teils bizarr geformt sind. Hier genießt du einen Panorama-Ausblick. Von hier scheint das Meer unendlich zu sein.




Woher kommt der Name Dutchman´s Cap?
Der Begriff „Holländerhut“ stammt aus der historischen Schifffahrt des 17. and 18. Jahrhunderts. Da es an diesem Küstenstreifen kaum Orientierungspunkte gab, nutzten die Kapitäne die Silhouette des bewaldeten Hügels zur Navigation. Da die Baumgruppe vom Meer aus gesehen wie ein holländischer Seemannshut aussah, bürgerte sich der Name auf den alten Seekarten ein.
Der Strandabschnitt direkt unterhalb der Steilküste ist übrigens ein extrem beliebter Hotspot bei Bernsteinsuchern. Besonders nach einem kräftigen Sturm, wenn die aufgewühlte Ostsee das „Gold des Meeres“ freigibt, wird es hier besonders häufig zwischen den Steinen angespült. Auch für Vogelliebhaber ist die Klippe ein Paradies: Da sie der höchste Punkt der Umgebung ist, dient sie im Frühjahr und Herbst als idealer Beobachtungsposten für den großen Vogelzug über der Ostsee.
Anreise & Parken: Wie kommt man zum Olando Kepure?

Olando Kepurė liegt nur etwa zwei Kilometer nördlich des kleinen Fischerortes Karklė, rund 10 Kilometer von Klaipėda und etwa 15 Kilometer südlich von Palanga. Die Anreise ist eigentlich unkompliziert – wäre da nicht das Thema Parken. Der offizielle Parkplatz direkt an der Zufahrt ist winzig. Er bietet gerade einmal 30 Stellflächen für PKWs. Angesichts der riesigen Besucherströme ist dieser Parkplatz vor allem an Sommerwochenenden und bei gutem Wetter überfüllt. Hier der Link zur Google Karte.
Wenn du hier einen der raren Parkplätze ergatterst, musst du mit recht knackigen Gebühren rechnen: Die erste Stunde kostet 2 Euro, ab der zweiten Stunde zahlst du 3 Euro je weitere Stunde. Vom Parkplatz aus führt dich ein gut ausgebauter, idyllischer Wanderweg durch den schattigen Wald. Nach etwa 700 Metern Fußweg (knapp 10 Minuten Gehzeit) erreichst du direkt die Aussichtsplattform an der Klippenkante.
Die weitaus entspanntere Alternative ist das Fahrrad. Wenn du in Klaipėda oder Palanga übernachtest, solltest du das Auto am besten stehen lassen. Der hervorragend ausgebaute Küstenradweg führt direkt an Olando Kepurė vorbei. So umgehst du den Parkplatz-Frust komplett, bist flexibel und genießt die frische Meeresbrise schon auf dem Weg. In Verbindung mit dem Fahrrad kannst du wunderbar rund um Olando Kepure wandern und die beiden Treppen zu einem Rundweg verbinden.
So geht die kurze Wanderung zum Olando Kepure
Wichtige Tipps für deinen Ausflug
Für den Besuch der Aussichtsplattform und einen anschließenden Spaziergang hinunter zum steinigen Strand solltest du dir mindestens 1 bis 2 Stunden Zeit nehmen. Der Zugang zu diesem Naturwunder ist das ganze Jahr über rund um die Uhr geöffnet und komplett kostenlos.
Das Areal gehört zum geschützten Seaside Regional Park, der sich intensiv um den Erhalt dieses empfindlichen Ökosystems kümmert. Bitte bleib daher unbedingt auf den ausgewiesenen Holzbohlenwegen und den markierten Wanderwegen, um die von Erosion der bedrohten Hänge nicht weiter zu beschleunigen.
Wenn du mit dem Auto anreist, kommst du am besten früh am Morgen oder am späten Abend. Dann ergatterst du nicht nur leichter einen Parkplatz, sondern erlebst die Klippe auch bei magischem Licht zum Sonnenuntergang, wenn sich der Himmel über der Ostsee in ein tiefes Farbenmeer verwandelt und es hier oben wunderbar friedlich wird.
Weiterführende Links
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