Ventės ragas

Die Kurische Nehrung ist eine der schönsten Urlaubsregionen in Litauen. Wir waren dort und haben Nida, Juodkrantė und die riesigen Dünen besucht. Gleichzeitig haben wir nach echten Geheimtipps abseits der Touristenströme gesucht. Einer dieser Geheimtipps ist Kretinga.

➔ Willst du mehr darüber wissen? Hier die offizielle Kretinga Webseite.

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Ventės ragas – Das Windenburger Eck am Kurischen Haff

Das Windenburger Eck (auf litauisch: Ventės ragas) wird oft als Cap Vente bezeichnet. Es ist eine der Sehenswürdigkeiten mit Blick auf die Kurische Nehrung und ein Naturhighlight an der litauischen Küste. Die Landzunge ragt im Delta des Flusses Nemunas (Memel) wie ein spitzer Finger in das Kurische Haff hinein und liegt direkt gegenüber der riesigen Sanddünen der Kurischen Nehrung. Nur rund 40 Kilometer südlich der Hafenstadt Klaipėda erwartet dich hier ein Ort von rauer Schönheit. Bekannt ist das Windenburger Eck vor allem für zwei Dinge: seinen roten Leuchtturm und seine weltweite Bedeutung für den Vogelschutz.

Die berühmte Vogelwarte

Das Windenburger Eck liegt genau auf der Route des ostbaltischen Vogelzugs. In den Migrationsmonaten fliegen täglich bis zu 300.000 Zugvögel über die Landzunge hinweg auf ihrem Weg nach Süden oder zurück in den Norden. Um dieses Naturschauspiel zu erforschen, gründete der berühmte litauische Biologe Tadas Ivanauskas hier bereits im Jahr 1929 eine der ältesten Vogelwarten Europas (Ventės rago ornitologinė stotis).

Wenn du heute über das Gelände schlenderst, fallen dir sofort die gigantischen, reusenartigen Fangnetze ins Auge. Sie ragen meterhoch in den Himmel und sind so konstruiert, dass die Vögel unbeschadet hineinfliegen, um von den Forschern vor Ort behutsam beringt, vermessen und wieder in die Freiheit entlassen zu werden. Bis zu 100.000 Vögel werden hier pro Jahr mit einem Ring zur Identifikation versehen. Wenn du dich dafür interessierst, solltest du dich bei den Ornitologen für eine Führung am riesigen Fangnetz anmelden – es ist das größte der Welt!

Der Leuchtturm und der Blick aufs Haff

Das Wahrzeichen der Landzunge ist der Windenburger Leuchtturm (Ventės rago švyturys). Er wurde bereits im Jahr 1863 aus roten Backsteinen erbaut, um den Schiffen und Holzflößen auf dem oft stürmischen Kurischen Haff den sicheren Weg in den Flussarm der Atmata zu weisen. Damit gehört er zu den ältesten Leuchttürmen der Region. Du kannst den kleinen, elf Meter hohen Turm über eine alte Wendeltreppe aus Gusseisen besteigen. Von der Aussichtsplattform aus öffnet sich dir ein Panorama-Weitblick. Bei gutem Wetter schaust du über das glitzernde Haff direkt auf die gewaltigen Sanddünen von Nida und siehst die Kurische Nehrung am Horizont. Unterhalb des Turms kannst auf einer Steinmole ins Kurische Haff spazieren und dir den Wind um die Nase wehen lassen.

Wichtige Tipps für deine Reiseplanung

Das Windenburger Eck liegt recht abgeschieden am Ende der Halbinsel im Kreis Šilutė. Die Anreise mit dem Auto führt über landschaftlich wunderschöne Straßen durch das Memeldelta, vorbei an traditionellen Holzhäusern und Storchennestern. Wenige Meter vom Leuchtturm und dem Ventės ragas entfernt gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz, von dem aus du in wenigen Schritten direkt am Kap bist.

Nimm dir für das gesamte Areal, das Museum, den Leuchtturm und einen ausgiebigen Spaziergang an der Mole mindestens 1 Stunden Zeit. Das Gelände unter Freihimmel ist das ganze Jahr über rund um die Uhr frei zugänglich. Der Eintritt und die Besteigung des Leuchtturms ist kostenlos.

Die spannendste Reisezeit liegt im September und Oktober sowie im April, wenn der Vogelzug seinen absoluten Höhepunkt erreicht. Aber auch in den Sommermonaten Juni und August ist das Kap ein fantastisches Ausflugsziel. Ein kleiner Geheimtipp: Bleib unbedingt bis zum Sonnenuntergang. Wenn die Sonne hinter den fernen Dünen der Kurischen Nehrung versinkt und das Haff in goldenes und tiefrotes Licht taucht, erlebst du hier einen der romantischsten Momente an der gesamten litauischen Küste.

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