Die Kurische Nehrung ist eine der schönsten Urlaubsregionen in Litauen. Wir waren dort und haben Nida, Juodkrantė und die riesigen Dünen besucht. Gleichzeitig haben wir nach echten Geheimtipps abseits der Touristenströme gesucht. Einer dieser Geheimtipps ist Kretinga.
➔ Willst du mehr darüber wissen? Hier die offizielle Kretinga Webseite.
Was lohnt sich rund um die Kurische Nehrung?
Wenn du die Kurische Nehrung besuchst, lohnt sich auch ein Blick auf das Umland. Nachdem die Anreise von Deutschland relativ weit ist, macht es Sinn, bei einem Urlaub an der Kurischen Nehrung auch die umliegenden Attraktionen und Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Wir haben bei unserem Besuch die Hafenstadt am Haff, aber auch die beliebten Seebäder, die tolle Natur im Flussdelta des Memellands und überraschende tolle Ecken im Hinterland gefunden. Vielleicht ist das auch etwas für dich? Hier die Übersicht:
Klaipeda – Das Tor zur Nehrung

Klaipėda ist die drittgrößte Stadt Litauens (die einzige Hafenstadt des Landes) und liegt nur wenige Meter von der Kurischen Nehrung am Haff. Klaipėda (früher Memel) hat eine preußisch geprägte Altstadt mit einigen restaurierten Fachwerkhäusern, Gassen mit Kopfsteinpflaster und dem berühmten Simon-Dach-Brunnen, wo das „Ännchen von Tharau“ zu sehen ist. Der Hafen ist modern und das Ziel, wenn du aus Deutschland mit der Fähre anreisen willst. Von Klaipėda startet auch die Autofähre auf die Kurische Nehrung. Hier alle Infos über Klaipėda.
Die Natur südlich des Kurischen Haffs: Das Memeldelta

Die Landzunge Ventės ragas (Windenburger Eck) ragt in das Kurische Haff hinein und ist empfehlenswert, wenn du auf einen Leuchtturm steigen möchtest oder wenn du gerne Vögel beobachten möchtest. Hier ist eine der ältesten Vogelwarten Europas. Im Frühjahr und Herbst fangen Ornithologen hier mit riesigen Netzen Millionen von Zugvögeln, um sie zu beringen. Vom alten, roten Backstein-Leuchtturm aus hast du einen genialen Blick über das Haff – bis zu den Dünen von Nida!
–> Ventės ragas
Das Aukštumala-Hochmoor fanden wir auch sehr schön: Es ist das erste Moor überhaupt, über das eine umfassende wissenschaftliche Monographie (im Jahr 1902) geschrieben wurde. Uns hat der wunderschöne Holzbohlenweg durch das Moor sehr gefallen. Über einen Kilometer führt dich ein Holzsteg durch die Landschaft aus Moorseen und Birken. Es gibt sogar zwei Aussichtstürme! –> so schön ist Aukštumalos pažintinis takas
Šilutė (Heydekrug) ist die Hauptstadt des Memeldeltas. Uns hat die ostpreußische Gemütlichkeit gefallen. Der Ort ist geprägt von Jugendstil-Architektur, dem prachtvollen Hugo-Scheu-Herrenhaus und dem blauen Altar in der Kirche – solltest du dir anschauen! Šilutė ist der perfekte Ort, um die Flussarme und Kanäle des Deltas der Memel zu erkunden – und noch nicht so touristisch wie die Nehrung selbst. –> unsere Tipps für Šilutė
Die Bernstein-Küste nördlich der Kurischen Nehrung

Palanga ist einer der berühmtesten Urlaubsorte in Litauen. Im Juli und August kannst du abends auf der zentralen Fußgängerzone (Basanavičius-Straße) das Leben mit Konzerten, Bars und Trubel genießen – wenn du das möchtest. Es gibt hier aber auch eine Seebrücke und einen kilometerlangen Sandstrand. Der Palanga Strand ist breit, feinsandig mit Dünen und Kiefernwäldern. Das Wahrzeichen ist die Seebrücke von Palanga. Sie führt mehrere hundert Meter weit in die Ostsee hinein. Sie ist der beste Treffpunkt am Abend, um den Sonnenuntergang über dem offenen Meer zu beobachten. Sehenswert ist der Botanische Garten von Palanga, der Ende des 19. Jahrhunderts vom französischen Landschaftsarchitekten Édouard François André entworfen wurde. Mitten in diesem riesigen, prachtvollen Park liegt das Schloss der Grafen Tiškevičius mit dem weltberühmte Bernsteinmuseum Palanga. Ein echtes kulturhistorisches Juwel im Ort ist die alte Apotheke, die 1827 gegründet wurde. Hier wurde unter anderem der berühmte litauische Kräuterlikör „Trejos Devynerios“ (Drei Neuner) nach geheimen Rezepten verfeinert. –> alle Infos über Palanga
Rund 12 Kilometer nördlich von Palanga, direkt an der lettischen Grenze, liegt das kleinere Seebad Šventoji. Der Ort ist deutlich ruhiger und bei litauischen Familien für den Sommerurlaub beliebt. Berühmt ist er für seine hölzernen Ferienhäuschen, die schaukelnde Hängebrücke über den Fluss Šventoji und die monumentale Holzskulptur „Die drei Töchter des Fischers“ direkt am Ostseestrand. –> das lohnt sich in Šventoji
Zwischen Klaipėda und Palanga bricht die sonst so flache Sandküste ab: Hier ist die rund 600 Meter lange Steilküste Olando Kepurė. Die 24 Meter hohe Steilküste entstand während der Eiszeit. Von der Aussichtsplattform aus hast du einen wilden, windgepeitschten Blick auf die steinige Ostseebrandung. –> verpasse nicht Olando Kepurė
Geheimtipps im grünen Hinterland

Nur wenige Kilometer östlich von Palanga liegt die Stadt Kretinga. Sie ist eines der ältesten Kulturzentren Westlitauens und stark durch das Erbe der Grafen Tiškevičius und der Franziskanermönche geprägt. Ein Geheimtipp, weil es hier günstiger als in Palanga ist, du von hier aus aber alles genauso entdecken kannst! –> das bietet Kretinga
Das Highlight der Stadt ist das Schloss des Grafen Tiškevičius, in dem heute das Museum Kretinga untergebracht ist. Richtig gut fanden wir dort den riesigen Wintergarten, eine üppige, exotische Oase mit tropischen Pflanzen, Palmen und Wasserbecken – ein faszinierender Kontrast zur baltischen Natur vor den Toren des Schlosses. –> Museum Kretinga mit Wintergarten
Einige Kilometer nördlich von Kretinga (im Dorf Mažučiai) erwartet dich einer der größten japanischen Gärten in Europa. Auf einem riesigen Areal kannst du hier durch Bonsai-Bäume, traditionelle Steingärten, Sakura-Kirschbäume und einem authentischen Teehaus spazieren. Sehr außergewöhnlich und sehenswert fanden wir es. –> das sind die Infos zum Japanischen Garten

