Die Kurische Nehrung ist eine der schönsten Urlaubsregionen in Litauen. Wir waren dort und haben Nida, Juodkrantė und die riesigen Dünen besucht. Gleichzeitig haben wir nach echten Geheimtipps abseits der Touristenströme gesucht. Einer dieser Geheimtipps ist Kretinga.
➔ Willst du mehr darüber wissen? Hier die offizielle Kretinga Webseite.
Der Leuchtturm in Nida auf der Kurischen Nehrung
Der Leuchtturm Nida (litauisch: Nidos švyturys) ist neben den großen Wanderdünen das Wahrzeichen des Urlaubsortes auf der Kurischen Nehrung. Er steht auf dem 27 Meter hohen Urbas-Hügel (Urbo kalnas), einer der bewaldeten Dünen. Mit seinen breiten rot-weißen Streifen ist er eine Sehenswürdigkeit und ein beliebtes Fotomotiv.

Das Schicksal des ersten Turms und der Neubau
Die Geschichte des Leuchtturms ist mit den Zeiten des 19. und 20. Jahrhunderts verbunden. Der allererste Leuchtturm in Nida wurde bereits im Jahr 1874 errichtet, als die Region noch zu Ostpreußen gehörte. Damals handelte es sich um einen sechseckigen Turm aus roten Backsteinen, zu dem ein gemütliches, kopfsteingepflastertes Wärterhäuschen gehörte. Um den Schiffen den Weg zu weisen, brannte an der Spitze ein Petroleumlicht, das später durch eine moderne Gasbeleuchtung ersetzt wurde. Du kannst am Fuße des heutigen Leuchtturm ein Modell des früheren Turms sehen.


Der damalige Leuchtturm überstand zwar den Ersten Weltkrieg, fand jedoch am Ende des Zweiten Weltkriegs ein tragisches Ende. Im Jahr 1944 wurde der wunderschöne Backsteinturm von den abziehenden deutschen Truppen gesprengt, um den vorrückenden sowjetischen Streitkräften die Orientierung auf dem Wasser zu erschweren. Schon kurz nach dem Krieg wurde ein provisorischer Holzturm errichtet, bis im Jahr 1953 der heutige Turm fertiggestellt wurde. Dieser 29 Meter hohe Zylinder ist aus Stahlbeton
Der Niddener Leuchtturm leuchtet heute noch
Obwohl der Leuchtturm heute vollautomatisch betrieben wird und keinen festen Leuchtturmwärter mehr benötigt, ist seine Lichtanlage nach wie vor voll funktionsfähig und von enormer Bedeutung für die Schifffahrt. Auf der Spitze des Turms ist eine rotierende Optik, die ein helles, weißes Blinklicht aussendet. Das Lichtsignal blitzt zweimal kurz auf, gefolgt von einer längeren Pause. Durch die Höhe des Urbo-Hügels und dem Turm selbst befindet sich die Lichtquelle 79 Meter über dem Meeresspiegel. Dadurch hat das Signal eine enorme Reichweite und ist bei klarer Sicht bis zu 22 Seemeilen (rund 40 Kilometer) weit auf der offenen Ostsee zu sehen.
Der Aufstieg zum Panorama-Ausblick

Nach langen Jahren, in denen der Turm für die Öffentlichkeit streng gesperrt war, ist er heute in den Sommermonaten für Touristen zugänglich. Über eine enge Wendeltreppe kannst du über mehr als 10 Stufen nach oben zur Aussichtsplattform. Sobald du die Galerie betrittst, liegt dir die Kurische Nehrung buchstäblich zu Füßen. Der Rundumblick von hier oben ist überwältigend. Du schaust über die dichten Wipfel der Kiefernwälder direkt auf die roten Dächer von Nida, das weite Kurische Haff und die gigantische Parnidis-Düne im Süden. Auf der anderen Seite der Kurischen Nehrung siehst du die Weite der Ostsee.




Wichtige Tipps für deine Reiseplanung
Der Leuchtturm befindet sich auf dem Urbo-Hügel direkt im westlichen Teil von Nida und ist nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Vom Ortszentrum führen Waldwege durch den Dünenwald hinauf zum Gipfel des Hügels. Der Spaziergang dauert etwa 15 bis 20 Minuten. Für den Weg hinauf, den Aufstieg im Turm und das Genießen der Aussicht solltest du etwa 1 Stunde einplanen. Die Besteigung des Turms ist gegen Eintritt möglich (5 Euro pro Person). Da die Wendeltreppe im Inneren eng ist, empfiehlt sich festes Schuhwerk. Da es auf der Plattform meist windig ist, ist eine leichte Jacke selbst im Sommer goldwert. Beachte die Öffnungszeiten des Leuchtturms in Nida!
| Leuchtturm Nida | Öffnungszeiten |
| Hauptsaison (1. Juni – 31. August) | Täglich von 12:00 bis 18:00 Uhr |
| Nebensaison (15. Mai – 31. Mai) | Freitag bis Sonntag von 12:00 bis 18:00 Uhr |
| Winter & Frühjahr (1. September – 14. Mai) | Geschlossen |
Tipps des Autors: Wenn du solche Aussichtspunkte wie den Leuchtturm in Nida liebst, solltest du auch einmal auf den Drachenfels im Siebengebirge, zu den besonderen Kaprun Stauseen, auf die Walhalla und zur Calmont Moselschleife. Von all diesen Punkten ist der Ausblick etwas Besonderes.
Weiterführende Links
- das ist die Kurische Nehrung
- wissenswert über das Kurische Haff
- das lohnt in Juodkrantė
- alle Informationen über den Nationalpark Kurische Nehrung

